Polizeieinsatz an der Campushalle (Fotos:Nolte)
Polizeieskorte für den Bus mit den Mindener Fans (Foto:Nolte)
Grund für den Aufmarsch an Sicherheitskräften war ein Haufen Flensburger Fans, die sich „Ultras Flensburg“ nennen. Der Unterschied zwischen gewaltbereiten Hooligans, wie man sie aus England kennt und einigen Fangruppierungen im deutschen Handball, scheint nicht mehr so groß zu sein, wie er es früher war.
Beim Hinspiel der SG in Minden im vergangenen Jahr, gab es Zwischenfälle beider Fanlager. Die „Ultras Flensburg“ gerieten mit einer Gruppe von „Commando 1924 Minden“ aneinander. Nach dieser Auseinandersetzung wurde im Vorwege der Partie gegen Minden in der Campushalle angekündigt diese fortzuführen. Die SG Flensburg-Handewitt und die Polizei Flensburg reagierten und fuhren ein bisher nicht dagewesenes Aufgebot an Sicherheitskräften auf. Das Hausrecht für die Campushalle wurde der Polizei übertragen um totale Handlungsfreiheit zu gewähren.
Schon vor der Partie am gestrigen Samstag kam es, so bestätigten uns Sicherheitskräfte, zu einem Zwischenfall in der Nähe des Bahnhofes, wo etwa 30 Personen der „Ultras Flensburg“ auf die Ankunft der Mindener Fans gewartet haben sollen. Dies keinesfalls in friedlicher Absicht um die Fans zu begrüßen und den Weg zur Campushalle zu weisen. Durch massive Polizeipräsenz konnte ein Aufeinandertreffen vor der Partie und auch während der Partie verhindert werden. Hier müssen sich die verantwortlichen allerdings die Frage gefallen lassen, warum diese Personen weiterhin in der Halle ihre Aggressionen ausleben dürfen. Beispiele aus dem Fußball zeigen, dass gewaltbereite Fans die Stadien nicht mehr betreten dürfen, Hausverbote werden verhängt und es wird genauer kontrolliert wer sich in der Halle und in den Stadien befindet.
Nach dem Spiel war die Polizei damit beschäftigt die Mindener Fans durch einen Hinterausgang der Campushalle in einen bereitgestellten Bus zu geleiten, während am anderen Ende des Campus Sicherheitskräfte mit den „Ultras“ aneinander gerieten. Hier kam es zu Körperverletzungen. Die Polizei war zu sehr mit den Mindenern beschäftigt und der Sicherheitsdienst der Campushalle, der vor der Halle eigentlich gar keine Befugnisse mehr hat, war auf sich alleine gestellt. Im Zuge der Auseinandersetzung auf einem Parkplatz an der Campushalle sahen sich Mitarbeiter der Sicherheitsfirma gezwungen Pfefferspray einzusetzen.
Dennoch hatte die Polizei und der Sicherheitsdienst in der Campushalle die Lage durchgängig im Griff und es konnte ein Aufeinandertreffen beider Fangruppen verhindert.
Auch am Abend gaben besagten Flensburger Fans keine Ruhe, in der Flensburger Innenstadt am Deutschen Haus kam es, so wurde uns bestätigt, zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen den Fans und der Polizei.
Im Internetforum der SG Flensburg-Handewitt werden die Stimmen immer lauter, die ein Handeln der Vereinsführung fordern. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern sagte uns gestern nach Spielschluss beim Anblick der Ereignisse vor der Halle, dass sie ja schon fast Angst haben mit ihren Kindern hierherzugehen. Kann ein Verein auf solche Fans stolz sein? Wieso wird nicht gehandelt? Was muss passieren, bis sich die Augen öffnen? „Es ist traurig, dass es beim Flensburger Handball zu solchen Szenen kommen muss“, so ein langjähriger Ordner der SG vor der Partie gegen Minden.
Können Fans von Gästemannschaften in Zukunft nur noch unter massivem Polizeischutz die Campushalle betreten und wieder verlassen?
Manch einer mag jetzt denken, dass das hier alles überspitzt und übertrieben dargestellt wird, dies ist aber nicht der Fall. Der gestrige Tag hat gezeigt, dass dringend Handlungsbedarf besteht.
(erlebe-flensburg.de)
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