Nach dem Zugunglück ermittelt nun die Staatsanwaltschaft (Foto:Benjamin Nolte)
Die Rinder sind aus dem Stall ausgebrochen und auf die Gleise gelaufen (Foto:Benjamin Nolte)
Ein totes Rind wird abtransportiert (Foto:Benjamin Nolte)
360 Meter Gleise mussten erneuert werden (Foto:Benjamin Nolte)
Wie kamen die Tiere aus dem Stall?
Die Bundespolizei ermitteln nach dem schweren Zugunglück nun die genauen Umstände, die zum tragischen Zusammenstoß zwischen einer Rinderherde und einer Nord-Ostsee-Bahn geführt haben. Im Fokus der Ermittlungen stehen nun der Halter der Tiere und der Stallbesitzer, bei dem die Herde untergestellt war. Besitzer der Rinder ist ein Landwirt aus Stedesand. Die Tiere hingegen standen nicht bei ihm, er soll die Landwirtschaft nach ersten Informationen aufgegeben haben. Untergebracht hat er die Herde daraufhin bei einem befreundeten Landwirt, der seinen Hof in unmittelbarer Nähe zu den Bahngleisen und dem Unglücksort hat.
Nach Informationen der Husumer Nachrichten sollen die Tiere ein Gitter zur Seite gedrückt haben und sich so befreit haben. Weil der Winter recht mild ist sollen die Stalltüren offen gestanden haben, so stand dem folgenschweren Ausflug ins Freie nichts mehr im Weg. Etwa 24 Rinder sind aus dem Stall abgehauen und in Richtung des beleuchteten Bahnübergangs im Hardenweg gelaufen. Von dort liefen sie weiter auf die Gleise, der Zugführer der herannahenden Nord-Ostsee-Bahn erkannte die Hindernisse zu spät, auch eine Schnellbremsung konnte den Zusammenstoß nicht verhindern. Der Zug kollidierte mit 14 Tieren.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Am Dienstag hat die Staatsanwaltschaft Flensburg bekanntgegeben, dass gegen den Stallbesitzer ermittelt wird. Und zwar wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Christian Steensen, Bürgermeister der Gemeinde Steedesand, berichtet in den Husumer Nachrichten, dass es dem Stallbesitzer und seiner Ehefrau sehr, sehr schlecht ginge. Vor 20 Jahren ist ihr zweijähriger Sohn fast an identischer Stelle auf den Bahnschienen überfahren worden.
Dem Halter der Tiere droht hingegen ein zivilrechtliches Verfahren. Auch wenn die Tiere bei jemand anderem untergebracht waren, haftet der Halter weitere für die Rinder. Durchaus möglich, dass versucht wird ihm die Kosten für den Einsatz und für die Bergungs- / bzw. Reparaturarbeiten in Rechnung zu stellen. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen sollen die Kosten schon jetzt mehrere Millionen betragen.
Die Züge rollen wieder
Nach der Bergung des Zuges und der entgleisten Wagen wurden am Dienstag auch die Reparaturarbeiten an Gleisen und dem Gleisbett abgeschlossen. 360 Meter verbogene Schienen mussten ausgetauscht werden, etwa 600 Schwellen ersetzt werden. Auch das Gleisbett musste wieder hergerichtet werden. Bereits am Montag konnte ein Gleis wieder freigegeben werden, am Dienstag folgte auch das zweite, wenn auch vorerst in reduzierter Geschwindigkeit.
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