Am Sonntag wurde auch der Steuerwagen geborgen (Foto:Benjamin Nolte)
Der Steuerwagen war nach der Kollision vom Gleis gekippt (Foto:Benjamin Nolte)
Zug und Gleis wurden bei dem Unfall erheblich beschädigt (Foto:Benjamin Nolte)
In diesem Wagen kam ein 38-jähriger Mann ums Leben (Foto:Benjamin Nolte)
350m Schienen und 600 Schwellen mussten ausgetauscht werden (Foto:Benjamin Nolte)
Die Bergung war kompliziert und musste Samstagabend unterbrochen werden (Foto:Bundespolizei)
Die Unfallstelle aus der Luft (Foto:Bundespolizei)
Hier finden Sie eine Bildergalerie mit Aufnahmen von der Unglücksstelle:Zugunglück Bargum
Drei Tage nach dem Unglück laufen die Ermittlungen zur genauen Unglücksursache auf Hochtouren. Die Bundespolizei konnte mittlerweile den Tierhalter ermitteln, nun gilt es festzustellen, warum die Tiere ausgerissen sind und auf die Schienen gelaufen sind. Nach ersten Informationen soll der Tierhalter die Tiere bei einem befreundeten Landwirt untergebracht haben. Dessen Hof befindet sich rund einen halben Kilometer von der Bahnstrecke entfernt. Durchaus möglich, dass die Tiere aus dem Stall ausgerissen sind. Nach NDR-Informationen soll eine Stalltür aufgestanden haben. Wenn die Ermittler zu der Feststellung kommen, dass der Landwirt fahrlässig gehandelt hat, dann droht ihm ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung. Hinzu könnten Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe kommen.
Bergungsarbeiten am Sonntagabend abgeschlossen
Nachdem bereits im Laufe des Samstages die intakten Wagen des Zuges auf das Betriebsgelände der NOB verbracht worden sind und der entgleiste Wagen geborgen werden konnte, wurde am Sonntag die Bergung des Steuerwagens in Angriff genommen. Mit der Bergung des Zuges wurde das THW aus Niebüll beauftragt, der dortige Ortsverband ist auf Bahnunfälle und Entgleisungen spezialisiert und nahm die Bergung mit Hilfe von zwei 100 Tonnen Kränen vor. Das komplizierte an der Bergung war das Gelände rund um den Unglücksort. Zwar verlief glücklicherweise ein schmaler Betriebsweg entlang den Gleisen, doch war dieser sehr aufgeweicht und nicht breit genug um die tonnenschweren Kräne und Tieflader zu tragen. Samstagvormittag wurden so zunächst tonnenweise Sand und Kies angeliefert um die Straße zu befestigen.
Gegen 20 Uhr wurden die Arbeiten dann am Samstagabend unterbrochen und am Sonntag fortgesetzt. Die Deutsche Bahn hingegen arbeitete auch die ganze Nacht durch, rund 600 Schwellen und 350 Meter Gleis mussten ausgetauscht werden. Da sich die Schienen durch den Unfall enorm verformt und verschoben haben, wurde das Gleis zunächst provisorisch begradigt, damit die Bagger die Schienen befahren konnten. Benachbarte Landwirte kümmerten sich am Samstag um die Beseitigung der Tierkadaver. Auf rund 300 Metern lagen überall Teile der mit dem Zug kollidierten Rinder.
Keine weiteren Opfer unter dem Steuerwagen
Bis zum Sonntag konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich unter dem umgestürzten Steuerwagen noch weitere Opfer befinden könnten. Gewissheit hatten die Einsatzkräfte dann am Vormittag als die beiden Kräne den völlig demolierten Wagen anhoben und aufrichteten. Unter dem Zug lag glücklicherweise niemand mehr. Am Nachmittag wurde dieser dann, nachdem die Drehgestelle abmontiert worden sind, auf einen Tieflader gehoben und zum Betriebshof gefahren. Am Abend wurden dann rund 350 Meter Gleis geliefert und ausgetauscht. Am Montag sollten erste Züge wieder die Unfallstelle passieren, jedoch in Schrittgeschwindigkeit, mit weiteren Behinderungen ist noch bis Dienstag zu rechnen.
Kommentare
comments powered by Disqus

