Einsatz auf dem Dach von Steckhan & Peters (Foto:Benjamin Nolte)
Alle sieben Wehren der Stadt waren hier im Einsatz (Foto:Benjamin Nolte)
Viel Muskelkraft war gefragt (Foto:Benjamin Nolte)
61.000 Quadratmeter beträgt die Dachfläche von Steckhan & Peters (Foto:Benjamin Nolte)
Auf dem Citti-Park war das THW im Einsatz (Foto:Benjamin Nolte)
An Leinen gesichert arbeiteten die Männer und Frauen auf dem Dach (Foto:Benjamin Nolte)
Am Samstagnachmittag war das gröbste geschafft (Foto:Benjamin Nolte)
Am Mittwoch, den 03.02.2010 um 13.00 Uhr war die Feuerwehr zur Fa. Steckhahn und Peters alarmiert worden, weil hohe Schneelasten auf dem Dach zu einer akuten Einsturzgefahr geführt hatten.
Das Dach der Fa. Steckhahn und Peters ist 61.000 qm groß. Ein Teil hiervon war einsturzgefährdet. Auf einer Länge von 144 m und 10 m Breite hatten sich die Stahlträger der Dachkonstruktion verbogen und verdreht. Dieser Bereich wurde durch die Feuerwehr geräumt. Durch die Einsturzgefahr konnten die Einsatzkräfte nur angeleint arbeiten. Insgesamt wurden ca 4000m² Dachfläche durch die Männer und Frauen der Feuerwehr geräumt, bestätigte uns Einsatzleiter Rainer Blaas, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Flensburg.
Hier finden Sie eine Bildergalerie zu den beiden geschilderten Einsätzen: Einsätze auf Flensburgs Dächern
Die größte Fläche des Daches war aufgrund der Bauart nicht geeignet um darauf laufen zu können. Kokosmatten auf dem Schnee ermöglichten erst das Laufen auf diesen Bereichen, so Rainer Blaas. Als der Einsatz am Mittwoch begonnen hatte betrug die durchschnittliche Schneehöhe ca 30cm. Die Statik der Lagerhallen ist auf eine maximale Dachbelastung von ca 75 Kg pro Quadratmeter berechnet, im Schnitt lasteten durch die erheblichen Schneemassen 150 Kg auf jedem Quadratmeter. Beim Wechsel zwischen zwei Dachabschnitten der Lagerhallen türmte sich der Schnee durch Verwehungen auf bis zu 80cm auf, resultierend daraus eine Dachlast von 400kg. Wie oben erwähnt war dieser Bereich einsturzgefährdet, die Stahlträger hatten sich verbogen.
Der Einsatz konnte erst am 06.02.2010 um 20.30 Uhr beendet werden. Da die Arbeiten nachts unterbrochen wurden, betrug die effektive Einsatzdauer 49 Stunden. Hierbei wurden rund 300 Tonnen Nassschnee per Hand, mit Schaufel und Schubkarren entfernt. Um das Dach besser erreichen zu können wurde eine Drehleiter und ein Kran einer Fremdfirma eingesetzt.
Alle sieben Freiwilligen Feuerwehren der Stadt und die Berufsfeuerwehr waren im Einsatz. Jeden Tag waren durchschnittlich 70 Einsatzkräfte vor Ort.
Heute am 07.02.2010 musste Die Feuerwehr erneut ein Dach von Schneelasten räumen. 11 Einsatzkräfte der Berfusfeuerwehr räumten die Sporthalle der KTS, damit morgen der Schulsport wieder statt finden kann.
Ähnlicher Einsatz durch das THW am CITTI-Park
Eine ähnliche Situation wenige Kilometer Luftlinie von Steckhan & Peters entfernt auf dem Dach des CITTI-Parks Flensburg. Hier wurde das Technische Hilfswerk (THW) um Hilfe gebeten die Dachfläche von der Schneelast zu räumen. Rund 70 Männer und Frauen des THW aus den Kreisen Flensburg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland waren mehrere Tage mit den Arbeiten auf dem Dach beschäftigt. Einsatzleiter Bonnichsen kann sich an keinen Einsatz mit ähnlichen Ausmaßen erinnern. Selbst während der Schneekatastrophe 78`/79`waren derartige Einsätze kaum nötig, damals gab es aber auch kaum Flachdächer in diesen Größenordnungen.
Mit Förderbändern auf dem Dach, Schubkarren und Schaufeln, viel Menpower und einem Autokran schuftete das THW stundelang auf dem Dach, während unten der normale Betrieb weiterlief und sich die Kunden in den Geschäften durch die Gäste auf dem Dach nicht stören ließen. Es galt die kompletten ca 6000 m² Dachfläche zu räumen, die Schneehöhe hatte für die Dachkonstruktion eine bedrohliche, aber zu keinem Zeitpunkt aktu einsturgefährdende Höhe erreicht. Containerweise hiefte der Autokran den Schnee vom Dach, direkt daneben lud ein Bagger an anderer Stelle Schnee, den die Kollegen des THW herunterwarfen auf LKW zum abtransport.
Der Flensburger Real Markt evakuiert
Ein weiteres großes Flachdach gab es weiter im Süden der Stadt, auch die Dachfläche des Förde Parks musste geräumt werden. Dutzende Mitarbeiter verschiedener Firmen arbeiteten tagelang auf dem Dach und wuchteten den Schnee in die sicherer Tiefe. Zwischenzeitlich musste der Real Markt sogar geräumt werden, da die Statik gefährdet war. Es konnte jedoch schneel Entwarnung gegeben werden, die Schneelast auf dem Dach wurde weggeschafft und der normale Betrieb konnte fortgesetzt werden



