3. Februar 2010 - 16:33 Uhr

Winterchaos in Schleswig-Holstein - Verkehrsprobleme in Flensburg

Stellenweise fielen 20cm Neuschnee binnen weniger Stunden (Foto:Benjamin Nolte)
(bno) - Am Dienstag zog Tief "Miriam" über Deutschland hinweg und hatte enorme Mengen Neuschnee im Gepäck, selbst im Flachland fielen zu der schon vorhandenen Menge an Schnee nochmals bis zu 20cm. Das Kerngebiet des Tiefs lag Dienstag gegen 10 Uhr direkt über Flensburg und brachte den Verkehr teilweise zum erliegen. Kurz darauf hieß es dann Schulfrei für Flensburgs Schüler, da nicht mehr gewährleistet werden konnte, dass der Busverkehr den ganzen Tag aufrechterhalten werden konnte.

Bereits zum wiederholten Male in den vergangenen Wochen erwischte der Winter Flensburg mit ganzer Kraft. Am Dienstagvormittag begann es heftig zu schneien und die ohnehin schon schnee- und eisglatten Straßen hatten binnen weniger Minuten eine feste Schneedecke. An etlichen Ausfallstraßen fuhren sich LKW fest, stellten sich quer und blockierten die Fahrbahn. Die Winterdienste des TBZ kamen kaum hinterher und waren oftmals machtlos.
Die Auswirkungen betrafen vor allem die Infrastruktur. Das betrifft in erster Linie den Rettungsdienst. Mehrere Rettungsfahrzeuge hatten sich festgefahren und mussten freigeschleppt werden. Aus diesem Grund sind seit Dienstag etwa ein Dutzend geländegängige Allradfahrzeuge im Einsatz um die Mobilität der Rettungsfahrzeuge zu gewährleisten. Rettungswagen werden auf Einsatzfahrten von diesen Allradfahrzeugen begleitet.

Schon am Vormittag gab die Einsatzleitstelle in Harrislee die Empfehlung den Schulbetrieb in Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Flensburg einzustellen. Zum Teil sind die Schulen dieser Empfehlung gefolgt, später empfahl auch das Bildungsministerium in Kiel den Abbruch des Unterrichtes und gab bekannt das am Mittwoch in ganz Schleswig-Holstein wegen der Witterung an allen Schulen der Unterricht ausfällt.

In den Krankenhäusern wurde Platz für Notfälle geschaffen. Alle Patienten, die entlassen werden konnten wurden mit Fahrzeugen nach Hause gebracht.

Trotz der chaotischen Bedingungen auf den Straßen kam es bis zum Nachmittag nur zu 15 Verkehrsunfällen im Zuständigkeitsbereich der Leitstelle Nord. Das ist weniger als sonst. Die Verkehrsteilnehmer haben sich gut auf die Witterungsverhältnisse eingestellt und fahren mit äußerster Vorsicht.

Auf der A7 zwischen Tarp und Flensburg hatte sich am Dienstagmittag ein Mercedes Sprinter quergestellt und blockierte einen Fahrstreifen. LKW Fahrer die versuchten an der Unfallstelle vorbeizufahren blockierten darauf auch den noch freien rechten Fahrstreifen. in der Husumer Straße hatte sich ein LKW festgefahren und blockierte die Fahrbahn, auch an vielen anderen Stellen blieben LKW stecken, oft waren diese nicht einmal mit Winterbereifung unterwegs.

Das die neue Leitstelle in Harrislee jetzt alle Einsatzmittel der drei Kreise (Flensburg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland) koordiniert hat sich gerade in diesen Tagen bewährt.