31. August 2010 - 16:39 Uhr

Runder Tisch präsentiert Integrationskonzept

Runder Tisch präsentiert Integrationsprojekt (Foto: A. Thomsen)
Bürgermeister Jochen Barckmann (links), Peter Rohrhuber von der Koordinierungsstelle Integration (mitte) und Runder Tisch-Vorsitzende Barbara Winkler (rechts) (Foto: A. Thomsen)
Flensburg (juh) - Seit gut vier Monaten gibt es in Flensburg den „Runden Tisch für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“. Er ist unabhängig, partei- und konfessionslos und vertritt die Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund gegenüber der Stadt Flensburg. Dabei fördert er die gleichberechtigte Teilnahme und Chancengleichheit der Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft. Gleichzeitig setzt er sich für die Erhaltung der kulturellen Identität von Menschen mit Migrationshintergrund sowie den interkulturellen Austausch ein. Mitglied des runden Tisches können sowohl Menschen mit als auch ohne Migrationshintergrund werden. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Verwaltung erarbeitete der Runde Tisch ein Integrationskonzept, welches am 8. Juli 2010 von der Ratsversammlung einstimmig beschlossen wurde. Das auf fünf Jahre angelegte Konzept konzentriert sich dabei bewusst auf einen Handlungsleitfaden mit Maßnahmen, die bis Ende 2011 umgesetzt werden sollen.

Heute luden die Verantwortlichen für die Umsetzung des Konzeptes ins Flensburger Rathaus ein, um über die bisherigen Ergebnisse ihrer Arbeit zu berichten. Flensburgs Zweiter Bürgermeister Jochen Barckmann sprach zunächst von einem gewaltigen Schritt für die Migrationsarbeit, welcher mit der Verabschiedung des Konzeptes gelungen sei. Die Vorsitzende des Runden Tisches Barbara Winkler berichtete, dass durch den Beschluss der Ratsversammlung dem Runden Tisch die Teilnahmemöglichkeit an den öffentlichen Sitzungen der Ratsversammlung und der Fachausschüsse sowie ein Rederecht in Angelegenheiten und Belangen der Menschen mit Migrationshintergrund eingeräumt wurde. Zudem können ab sofort Anträge des Runden Tisches für die Fachausschüsse über die Verwaltung eingebracht werden.

„Zehn teils pensionierte Lehrkräfte haben sich des Weiteren bei uns angeboten, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Lernhilfe zu geben“, erklärte Winkler weiter. Bereits in Kürze will der Runde Tisch Kontakt zu den örtlichen Discotheken aufnehmen. Hintergrund: In der vergangenen Zeit hatten einige Discos Migranten rigoros den Einlass verwährt. „Ebenso müssen wir schauen, was wir auf der Homepage der Stadt Flensburg für Menschen mit Migrationshintergrund tun können“, so Winkler. Horst Bendixen, Fachbereichsleiter Jugend, Soziales und Gesundheit führte fort, dass das Integrations- sowie das Partizipationslotsenprojekt bereits auf den Weg gebracht wurden. Ersteres stellt dabei ein Projekt dar, bei dem sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ehrenamtlich einbringen können, um Migranten bei Alltagsproblemen zu begleiten und zu unterstützen. Hierzu findet am Donnerstag, den 9. September 2010 um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im Europaraum des Rathauses statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Interessierte können bei der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Flensburg (Tel.: 0461-851188, rohrhuber.peter@stadt.flensburg.de) informieren und anmelden. Beim Partizipationslotsenprojekt werden Menschen mit Migrationshintergrund weitergebildet, um anderen Migranten eine bessere gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland zu ermöglichen.

Abschließend blickte Peter Rohrhuber von Koordinierungsstelle Integration der Stadt Flensburg schon einmal in die Zukunft. So soll es zu einer interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung kommen. „Das heißt, dass wir mehr Auszubildende und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einstellen“, so Rohrhuber. Vorausgesetzt sei jedoch eine gleiche Eignung. Des Weiteren lud er zu den monatlichen Sitzungen des Runden Tisches ein: „Jeder kann an ihnen teilnehmen und bei uns Mitglied werden.“ Barbara Winkler schloss die Pressekonferenz mit den Worten: „Niemand muss sich schämen einen Migrationshintergrund zu haben.“ Sie verwies dabei darauf, dass alleine in Flensburg mehr als 10.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus 128 verschiedenen Kulturen leben.

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