28. Juni 2009 - 17:46 Uhr

(K)eine saubere Sache? Die unterirdische CO2-Speicherung und die Zukunft der erneuerbaren Energien

Vertreter der Bürgerinitiative "Stoppt das CO2 Endlager" (Foto: A. Thomsen)
Hanno Fecke moderiert die Diskussionsrunde (Foto: A.Thomsen)
Carl-Heinz Christiansen vom BUND, Dr. Schiffer von RWE und Hanno Fecke (Foto: A. Thomsen)
(alt) Am Donnerstag lud die Friedrich Ebert Stiftung nach Leck in die Nordsee Akademie zum Thema unterirdische CO2-Speicherung ein. Die Beschließung des sogenannten CCS Gesetzes wurde im Parlament erst einmal zurückgestellt. Man möchte die Entscheidung, die auf deutlichen Wiederstand in der Bevölkerung stößt, auf nach der Bundestagswahl verschieben, um somit dieses Thema nach Möglichkeit nicht zu einem Wahlkampfthema werden zu lassen.

Unter dem Motto "(K)eine saubere Sache?" diskutierten Hanno Fecke, Geschäftsführer der Messe Husum, als Moderator mit Carl-Heinz Christiansen, vorsitzender des BUND Nordfriesland, Brar Riewerts, vorsitzender des Regionalverbandes Nordfriesland des Bundesverbandes WindEnergie e.V. und Dr. Hans-Wilhelm Schiffer von der RWE.

Im Anschluss hatten die zahlreichen Besucher und Vertreter der Bürgerinitiative die Möglichkeit fragen an die Gesprächsteilnehmer zu stellen.

Ebenfalls vor Ort der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg, der sich kurzfristig entschlossen hatte an der Diskussion teilzunehmen und die Bürgerinitiative gegen das unterirdische Lagern des CO2 zu unterstützen. In seinem Statement stellte er sich ganz klar gegen die Pläne der CCS-Verfahrens.

Vorweg genommen ergab die Diskussionsrunde keine Überraschungen. Carl-Heinz Christiansen vom BUND Nordfriesland stellte sich genauso vehement gegen das CCS Verfahren wie Brar Riewerts vom Bundesverband WindenErgie e.V., wenn auch mit leicht unterschiedlichen Argumentationsschwerpunkten. Während der BUND-Vertreter die Risiken des Verfahrens in den Vordergrund stellte ergänzte Riewerts die Argumentation mit der Ansicht, dass CCS eine verkappte unnötige Lebensverlängerung für Kohleverstromung darstellt.

Riewersts: " Wenn der politische Wille da ist, könnte man die Energiewende bereits heute einläuten. Es geht eigentlich nur darum die Technologie, die wir heute schon haben zu nutzen und die nötige Infrastruktur hierfür zu schaffen. Die großen Grundlastkraftwerke (Anmerkung der Redaktion: Kohle, Atom und Gas) sind so konzipiert, dass diese Tag und Nacht unter Vollast laufen. Sie passen nicht mit erneuerbaren Energien zusammen und blockieren somit den weiteren Ausbau. Es kann demnach nur darum gehen, die regenerativen Ressourcen konsequent zu nutzen und die alten Wege so schnell wie möglich zu verlassen"

Dr. Schiffer von der RWE versuchte zu argumentieren, dass Kohle kein Auslaufmodell sei und im Jahre 2030 damit zu rechnen sein wird, dass noch 60% der Energiegewinnung weltweit mit fossilen Brennstoffen produziert würde, und kein Weg an CCS vorbeiführe, wenn man die geplanten CO2 Einsparungen erreichen möchte. An diesem Abend stand er mit dieser Argumentation jedoch ganz allein.

Während der anschließenden Fragerunde war die Empörung und gänzlich andere Auffassung der Mehrheit der Besucher deutlich zu spüren. Beschwichtigungsversuche Seitens Herrn Dr. Schiffer, das RWE 1 Mrd. Euro Jährlich in erneuerbare Energien investiere und es ihnen ebenfalls um Umweltschutz ginge, erschien den Anwesenden, allen voran den Vertretern der Bürgerinitiative, wenig glaubwürdig.

Auf dem Heimweg ging mir dann noch eine Frage durch den Kopf, die ich leider versäumt habe Herrn Dr. Schiffer zu stellen. Wer übernimmt eigentlich die Kosten für die unterirdische Lagerung des CO2? Die Hauptmotivation von RWE in dieser Sache kann nach meiner Vermutung nur sein, dass man damit Geld verdienen kann. Wenn dies so ist, könnte man fast auf die Idee kommen, dass wenn RWE CO2 ins Erdreich pumpt der Konzern gewissermaßen noch Geld dafür bekommt, die Kohlekraftwerke so lange wie möglich weiter zu betreiben.

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