21. Juni 2010 - 12:21 Uhr

Pfiffige Ideen und Superzeiten beim Solarcup in Glücksburg

Foto: artefact
Foto: artefact
„Der geht ja ab wie Schmitz´ Katze!“ entfuhr es einem mitgebrachten Vater in der Fankurve des schleswig-holsteinischen Solarcup-Finales: Der erst elfjährige Till Opitz aus Berend verwies die gesamte Konkurrenz mit seinem Solarflitzer in der Zeit von nur 6, 8 Sekunden auf der 10-Meter -Bahn auf die Plätze. Dabei war das Starterfeld beim diesjährigen Wettbewerb beeindruckend: aus allen Teilen Schleswig-Holsteins hatten sich dutzende Teams und Einzelstarter allein für die Ultraleichtklasse angemeldet.

Ob von der Hallig Langeneß oder aus Lübeck, die vom Solarfieber infizierten Tüftler kamen aus allen Himmelsrichtungen nach Glücksburg in das Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, um die neuen Sonnen-Champions der Elf- bis Neuinzehnjährigen zu ermitteln.

Zweitplatzierter in der Ultraleichtklasse wurde Hans-Christian Rundfeldt nur knapp vor den Titelverteidigern, dem Solarteam Pinneberg, das nun den attraktiven Wanderpokal weitergeben muss.

Besser erging es da Niklas Engberg aus Glinde, der im Vorjahr als Fünfzehnjähriger bei den Älteren gewonnen hatte. Er startete in der neuen Kreativklasse, die bundesweit erstmalig eingerichtet wurde und beeindruckte die hochkarätige Jury ganz besonders. Neben den vier Solarfirmen, die den Wettbewerb unterstützten, waren Paul Hemkentokrax von Aktiv Bus Flensburg, Glücksburgs Bürgermeisterin Dagmar Jonas, Gorm Casper von der Industrie- und Handelskammer sowie Gieselmann von der Sport- und Jugendstiftung der NOSPA in dem Gremium, das akribisch die Verwendung von Kleinmodulen und Motor sowie individuelle Details des Bauwettbewerbs untersuchte. Unter Einbeziehung der angefertigten Poster erreichte sein geniales Kleinstfahrzeug die höchste Punktzahl vor dem Lokalmatador Jonah Reichardt aus Wees und dem erst zehnjährigen Wigo Wree aus Rügge, der seinen „Solartrecker“ aus 50 Jahre alten Bauteilen gebastelt hatte. Auch Solar-Amphibienfahrzeuge, Panzer und Mondlandgeräte standen zur Auswahl und machten den Juroren die Entscheidung schwer. Einer Meinung waren sie jedoch bei der Bewertung des Wettbewerbs: „Eine tolle Idee und Supermotivation für die Ingenieure von morgen.“

artefact initiierte den Wettbewerb für Schleswig-Holstein erstmals 2009. Nun qualifizierten sich die Erstplatzierten auch für den ersten bundesweiten Solarcup, der im September vom Bundesforschungsministerium ib´n Berlin durchgeführt wird.
Der Wettbewerb in Glücksburg war eingebettet in die Bau- und Energiemesse naturtec, die auch den mitgebrachten Eltern viele Möglichkeiten des Experimentierens gab. Besonders die zwei-, drei- und vierrädrigen Elektromobile von S.A.T. und Solar-Andresen lockten viele Besucher zu Probefahrten. Auch die Beratungen zu Gebäudeenergieausweisen und Photovoltaikanlagen erfreuten sich großen Interesses. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz.“ kommentierte auch Werner Kiwitt vom artefact-Team die Veranstaltung, die erstmals als eintrittsfreie Sommermesse durchgeführt wurde. „Wenn unsere Sponsoren wieder mitziehen, gibt es sicher auch einen Solarcup 2011 - und dann vielleicht sogar mit einem Titelverteidiger des Bundes-Solarcups: denn was wir heute an Kreativität und Rafinesse gesehen haben, ist bestimmt auch sehr aussichtsreich in Berlin im Rennen. Wir drücken unseren Landesmeistern jedenfalls die Daumen!“

www.artefact.de

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