15. Januar 2010 - 13:15 Uhr

Kompetenz der Fachhochschule Flensburg in Namibia gefragt

Bundestagsabgeordneter Börnsen und FH-Präsident Zickfeld (Foto:A.Thomsen)
Börnsen und Zickfeld im Schiffssimulator (Foto: Alexander Thomsen)
Der Schiffssimulator an der Fachhochschule Flensburg (Foto: Alexander Thomsen)
(alt) - Die Fachhochschule Flensburg und ihre Kompetenzen in dem Bereich der erneuerbaren Energien genießen in dem Südafrikanischen Staat hohes Ansehen. Die Flensburger Hochschule wird ein Pilotprojekt in der Ortschaft Okahandja wissenschaftlich begleiten, das 40.000 Menschen mit regenerativen Energien versorgen soll. Die Energieversorgung des ca. 60 Kilometer nördlich von Windhuk gelegenen Gebietes soll auf den drei regenerativen Säulen Biomasse, Wind- und Solarenergie erzeugt werden.

FH-Präsident Herbert Zickfeld: "Die Verbuschung ist in dem Gebiet ein großes Problem. Hierdurch gehen landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren. Wir waren vor Ort und meinen das Buschholz hat einen hohen Energiewert. Wenn wir diesen als Biomasse verwerten, kann gleichzeitig als Nebeneffekt die Verbuschung eingedämmt werden." Die Studierenden sollen von Anbeginn in das Projekt aktiv mit einbezogen werden. Das Pilotprojekt in der Region um Okahandia ist eines von insgesamt 5 Standorten, die mit regenerativen Energien versorgt werden sollen. Das Projekt muss direkt mit herkömmlichen Energieträgern konkurrieren, da es privatwirtschaftlich finanziert werden wird. Herbert Zickfeld: "Die Wirtschaftlichkeit spielt eine große Rolle und ich bin überzeugt, dass unser Konzept diesbezüglich konkurrenzfähig ist." Das Projekt geht zunächst in eine dreimonatige Planungsphase ehe vor Ort die ersten konkreten Schritte gemacht werden.

Für kleinere entlegene Dörfer und Gemeinden hat die Fachhochschule Flensburg einen Container entwickelt, der mit Solarenergie, einer Kleinwindkraftanlage und ein kleines Biomassekraftwerk beinhaltet. Die Überschüssige Energie, die nicht verwertet wird, soll für Trinkwasseraufbereitung genutzt werden können. Dieser Container kann weltweit zum Einsatz kommen. Überall dort wo kein Zugang zum Stromnetz vorhanden ist. Eine entsprechende Kleinwindkraftanlage wird auf dem Campus für weitere Forschung auf diesem Gebiet installiert.

"Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region zu halten und zu verbessern, wird sich unsere Region neu erfinden müssen. Die Auswirkungen der geplanten Fehmarnbelt-Querung allein wird für unsere Region eine große Herausforderung." so Bundestagsabgeordneter Wolfgang Börnsen. "Wie man an dem Projekt in Namibia sehen kann, spielt die Fachhochschule mit ihrer Kompetenz eine wichtige Rolle für die Entwicklung internationaler Kontakte." so Börnsen weiter.

Herbert Zickfeld: "Wir planen ebenfalls eine enge Kooperation mit unseren dänischen Nachbarn. Wir haben starke Kompetenzen in den Bereichen Biomasse und Windenergie. Die Syddansk Universitet hat starke Kompetenzen im Bereich Solarenergie. Es ist ein großer Vorteil diese grenzüberschreitenden Kompetenzen zu bündeln. Ein gemeinsames Zentrum für regenerative Energien soll entstehen. Ein Treffpunkt, an dem man sich austauschen und gemeinsam Forschen kann. Unsere Vision ist es dieses Haus direkt über die Dänisch-Deutsche Grenze hinweg zu errichten, was in Europa einmalig sein dürfte. Wir möchten damit ein Zeichen setzen. Es gilt zu zeigen, dass wir gemeinschaftlich über die Grenzen hinweg wirken möchten.

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