Ein Arbeitsplatz in der Leitstelle Nord (Foto:Benjamin Nolte)
Ein Arbeitsplatz in der Leitstelle Nord (Foto:Benjamin Nolte)
Ein Raum für Lagebesprechungen (Foto:Benjamin Nolte)
Die Umschaltung der Stadt Flensburg gestaltete sich als nicht so kompliziert und war bereits nach 30Minuten geschehen. Um 10.40 Uhr konnte der Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr, Carsten Herzog offiziell den Betrieb an den Leiter der Leitstelle NORD, Uwe Rühl abgeben. Nachdem zahlreiche Testanrufe und Alarmierungen durchgeführt wurden übernahmen die Einsatzsachbearbeiter den Betrieb und steuerten die Einsatzkräfte in der Stadt. Am Nachmittag folgte dann die Umschaltung des Kreises Schleswig-Flensburg. Hier entstanden erste Probleme mit den Alarmierungen, die aber in Zusammenarbeit mit der Fa. Eurofunk zeitnahbehoben werden konnten. Das Spektrum der Einsätze am ersten Tag gestaltete sich durchwachsen. Neben zahlreichen Rettungsdiensteinsätzen mussten die Mitarbeiter der Leitstelle einige kleinere technische Hilfeleistungen disponieren die aber alle, mit wenigen Ausnahmen, problemlos zu bewältigen waren. Anders gestaltete sich der zweite Tag. Nachdem die bekannten Fehler des Vortages beseitigt waren, entschied sich der Abteilungsleiter des Kreises Nordfriesland, Christian Wehr, den Startschuss zur Umschaltung der Notrufe aus dem Kreis Nordfriesland zu geben.
Wie am ersten Tag gingen zahlreiche Testanrufe aus dem Kreis ein und die ersten Einsätze konnten aus Harrislee gesteuert werden. Noch während der Umschaltphase ereignete sich das schwere Bahnunglück mit einer tödlich verletzten Person auf dem Hindenburgdamm. Da der Auftrag zur Umschaltung der Telefon und Funkanbindungen aber bereits erteilt gewesen ist gab es kein Zurück mehr und der von der ehemaligen Leitstelle aus Husum begonnen Einsatz musste nach Harrislee übergeben werden. Damit begann der erste Härtetest für Mensch und Gerät. Begleitet von Problemen mit der Funkverbindung und ein paar wenige, nicht vorsehbaren Zwischenfällen in der Technik konnte der Einsatz aber von Seiten der Leitstelle erfolgreich abgewickelt werden.
Als sollte die neue Leitstelle aber getestet werden, entwickelte sich im Laufe des Nachmittages ein Sturmtief über dem Einsatzgebiet, welches dann zu zahlreichen Einsätzen für die Feuerwehren in allen 3 Landesteilen geführt hat. Zusätzlich gingen mehrere Feueralarme in der Leitstelle ein. Der größte Einsatz entwickelte sich in Husum. Hier kam es zu einem unerklärlichen Schadenfeuer im Kellerbereich mit einer starken Verqualmung des gesamten, von 40 Wohnpartien bewohnten Hauskomplex . Der Einsatzleiter der Feuerwehr Husum ließ Großalarm auslösen. Erst weit nach Mitternacht konnte dieser Einsatz beendet werden. Parallel zum Brandeinsatz in Husum und den zahlreichen Rettungsdiensteinsätzen sorgte das Sturmtief für zahlreiche technische Einsätze für die freiwilligen Feuerwehren im gesamten Einsatzgebiet. Erst gegen 3 Uhr konnte die Verstärkung der Leitstelle den Dienst beenden und der regulären Besatzung übergeben. Die zahlreichen Einsätze zeigten erneut Probleme in der Alarmierung, die aber im Laufe der Nacht und am nächsten Vormittag direkt behoben werden konnten.
Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefährdung der Bevölkerung durch mangelnde oder fehlerhafte Alarmierungen. Die Einsatzsachbearbeiter haben umsichtig und professionell auf die sich ihnen gestaltenden Probleme reagiert und mit Hilfe der bereitstehenden Redundanzsysteme die entsprechenden Einsatzkräfte benachrichtigt. "Bei den Alarmierungen waren wir gerade am ersten Tag auf die Mithilfe der Hilfsorganisationen und der Feuerwehren angewiesen um eventuelle Fehler zeitnah zu bemerken und zu reagieren. In den meisten Fällen reagierten die Einsatzkräfte mit Verständnis für die neue Situation und unterstützten die Mitarbeiter mit entsprechenden Hinweisen.", unterstreicht der Pressesprecher der Rettungsleitstelle NORD, Sacha Münster. Er erklärt dass gerade die ersten Tage eine schwierige Prüfung für Mensch und Gerät sind. "Gerade in der Startphase einer Leitstelle von diesem Ausmaß müssen sich alle an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. Die Mitarbeiter kommen aus allen 3 Landesteilen und müssen zunächst die neuen Gebiete mit den Besonderheiten kennenlernen und arbeiten zum ersten Mal reale Einsätze mit dem neuen Computerprogramm zur Einsatzlenkung ab."
Rund 550 Einsätze in 2 Tagen Die zukünftige Arbeitsbelastung der aus den 3 Landesteilen zusammengesetzte Einsatzsachbearbeiter wurde in den ersten 2 Tagen mit einem beeindruckenden Ergebnis dargestellt. Bereits am Freitagnachmittag, 48 Stunden nach der Inbetriebnahme wurden 550 Einsätze aus der neuen Leitstelle bearbeitet und disponiert.
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