Gleich zwei Rettungswagen fuhren sich im Kreis Rendsbug-Eckernförde fest (Foto:Feuerwehr)
Auch ein Bus der Autokraft kam nicht mehr alleine voran (Foto:Feuerwehr)
Katastrophale Lage auf Fehmarn
Besonders dramatisch ist die Lage seit gestern Abend auf Fehmarn und in Ostholstein. Aufgrund des starken Sturmes und der daraus entstehenden Sturmflut drohten Deiche zu brechen. Nur durch massivem Einsatz von Freiwilligen und Rettungskräften konnte dies bislang verhindert werden. Auf Fehmarn waren zwischenzeitlich rund 5000 Einwohner von den Schneemassen eingeschlossen. Straßen und Wege konnten nicht mehr geräumt werden, selbst schweres Gerät des THW und der Bundeswehr war machtlos. Lediglich die E47, die Europastraße zum Fährhafen Puttgarden konnte freigehalten werden, ansonsten waren beinahe alle Ortschaften auf Fehmarn von der Außenwelt abgeschnitten. Erschwerend hinzu kam am Sonntagvormittag noch ein Stromausfall, der weite Teile der Insel betraf, dieser konnte mittlerweile behoben werden. Bis zu 2,5 Meter hoch türmte sich der Schnee auf Fehmarn auf, zu hoch, selbst führ schweres Gerät der Bundeswehr.
Seit Samstagabend saßen rund 200 Menschen auf der A20 nördlich der Anschlussstelle Süderholz in ihren Fahrzeugen fest. Schnee und mehrere querstehende Fahrzeuge blockierten die Fahrbahn auf mehreren Kilometern, es ging nichts mehr. Unter den eingeschlossenen auch eine Reisegruppe in ihrem Reisebus. Nach Stunden der Warterei konnten die Insassen in eine Notunterkunft gebracht werden. Erst am Sonntagnachmittag entspannte sich die Lage etwas und auch die letzten Fahrzeuge konnten aus den Schneeverwehungen befreit werden. In mehreren Landkreisen wies die Polizei Rostock die Gemeinden an, dafür zu sorgen, dass die Ortschaften abgeriegelt werden und die Einwohner daran gehindert werden, auf die Autobahn zu fahren. Im Kreis Ostvorpommern wurde am Sonntagmorgen sogar Katastrophenalarm ausgelöst, die chaotische Lage machte es notwendig.
Zug steckte im Schnee fest
Ein Personenzug fuhr am Sonntagmorgen auf der Strecke Stralsund-Pasewalk-Berlin in eine meterhohe Schneewehe und blieb stecken. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk brauchten lange um über stark verschneite Feldwege überhaupt bis zu dem Zug vorzustoßen. Im Zug befangen sich knapp 60 Fahrgäste. Bereits am Samstag hatte sich ein Zug der Usedomer Bäderbahn festgefahren. Weitere Bahnstrecken wurden aufgrund zu hoher Schneeverwehungen gesperrt, es kam und kommt zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.
Zahlreiche Ortschaften in Ostholstein waren und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Räum- und Streufahrzeuge waren machtlos und mussten sich zwangsläufig auf die wichtigen Autobahnen und Bundesstraßen beschränken. In vier Kreisen Schleswig-Holsteins fällt morgen an den Schulen der Unterricht aus. Die Polizei hat den ganzen Sonntag über geraten, die Autos stehen zu lassen, etliche Autofahrer ignorierten diese Warnung und fanden sich zumeist festgefahren in Schneewehen wieder. Schwer hatten es auch landesweit die Rettungskräfte, immer wieder war von festgefahrenen Rettungswagen auf dem Weg zum Einsatzort die Rede. Das Marinefliegergeschwader in Kiel übernahm mit einem Hubschrauber den Transport Patienten und Notärzten.
Kommentare
comments powered by Disqus

