Die Gewerkschaft der Polizei fordert es seit Jahren, bis vor kurzem jedoch ohne Erfolg. Gerade Polizeifahrzeuge, die auch unter schweren Bedingungen schnell an Einsatzorte gelangen müssen, sollten unbedingt auf Winterreifen unterwegs sein, sollte man meinen. Fakt ist aber, dass alle Polizeifahrzeuge im Land "nur" mit Ganzjahresbereifung unterwegs sind, bei Verhältnissen wie in den vergangenen Wochen ist dies eigentlich unverantwortlich. Um Geld zu sparen wurde bisher auf angemessene Bereifung verzichtet.
Vor dem Gesetz sind Ganzjahresreifen jedoch als angemessene und ausreichende Winterbereifung zugelassen, Tests belegen jedoch seit Jahren, dass diese Reifen nur ein Kompromiss sind und gerade bei geschlossenen Schneedecken ihre Nachteile zum Vorscheinen kommen. Nur Winterreifen können eine optimale Sicherheit der Beamten bieten und garantieren, dass eine zügige Fahrweise, die bei einigen Einsatzlagen notwendig ist, realisierbar ist.
Eine Umrüstung kostet natürlich sehr viel Geld, Geld, dass in Schleswig-Holstein bislang nicht bewilligt wurde. Am 7. Januar teilte Innenminister Klaus Schlie mit, dass die Streifenwagen in Schleswig-Holstein umgerüstet werden sollen. Für diesen Winter jedoch zu spät, die Umrüstung soll erst zum Ende 2010 erfolgen, also zum kommenden Winter. Die Kosten für die Erstausstattung von rund 1.000 Einsatzfahrzeugen mit vier Winterreifen auf Felge schlagen voraussichtlich mit rund 650.000 Euro zu Buche. Dazu kommen in jedem Jahr rund 100.000 Euro für die Einlagerung und die erforderlichen Reifenwechsel. Das Geld will man durch Einsparungen und Umschichtungen im Haushalt des Innenministeriums erwirtschaften.
Einzig die Fahrzeuge der Autobahnpolizeireviere, des Sondereinsatzkommandos (SEK) und des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) sind bereits seit Jahren mit Sommer- und im Wechsel mit Winterbereifung ausgestattet.
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